
Der Fahrzeugpreis ist nur der Anfang der Rechnung. Zwei Škoda Octavia für jeweils 83.000 PLN können trotz identischer Sonderzahlung und Laufzeit deutlich unterschiedliche Leasingraten haben. Der Grund: Ein Fahrzeug wird mit einer regulären Rechnung inklusive 23 Prozent polnischer Umsatzsteuer verkauft, das andere mit einer sogenannten VAT-marża-Rechnung, also nach dem polnischen Verfahren der Differenzbesteuerung.
Hinzu kommen der Kaufpreis am Vertragsende, die Finanzierungskosten, das Fahrzeugalter und die Gebühren des Leasinggebers.
Die Frage, was das Leasing eines Gebrauchtwagens kostet, lässt sich deshalb nicht mit einer einzelnen Monatsrate beantworten. Eine hohe Schlusszahlung oder eine größere Sonderzahlung kann die laufende Rate senken. Günstiger wird der Vertrag dadurch nicht automatisch. Entscheidend ist die Summe aller Zahlungen, nicht die Zahl, die groß in der Anzeige steht.
Schauen wir uns die einzelnen Bestandteile an.
Wird ein Fahrzeug mit einer regulären Rechnung inklusive 23 Prozent VAT verkauft, beginnt die Kalkulation üblicherweise beim Nettopreis. Ein Auto für 83.000 PLN brutto kostet netto rund 67.480 PLN. Auf dieser Basis werden in der Regel die Netto-Sonderzahlung, die Leasingraten und der spätere Kaufpreis berechnet.
Bei einer VAT-marża-Rechnung sieht es anders aus. Der Leasinggeber kann beim Kauf des Fahrzeugs keine Vorsteuer abziehen. Als Finanzierungsbasis dient daher meist der volle Einkaufspreis, in unserem Beispiel also 83.000 PLN. Auf die Leasingentgelte wird anschließend die für die Leasingdienstleistung geltende Umsatzsteuer aufgeschlagen.
Das Ergebnis ist eindeutig: Ein differenzbesteuertes Fahrzeug kann bei gleichem Angebotspreis eine spürbar höhere Rate verursachen als ein Auto mit regulärer 23-Prozent-VAT-Rechnung. Besonders relevant ist dieser Unterschied für Unternehmen, die in Polen zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.
Fahrzeuge mit VAT-marża-Rechnung sind deshalb nicht grundsätzlich eine schlechte Wahl. Darunter finden sich gepflegte Exemplare aus polnischer Erstauslieferung, mit lückenloser Historie und plausibler Laufleistung. Die Finanzierung sollte aber vor der Anzahlung beim Händler gerechnet werden. Nicht danach.
Vier Faktoren sind auf den ersten Blick besonders relevant:
Fahrzeugpreis und Art des Verkaufsdokuments,
Höhe der Sonderzahlung,
Vertragslaufzeit,
Kaufpreis beziehungsweise Schlusszahlung am Vertragsende.
Dazu kommt der Preis für das bereitgestellte Kapital. Die Finanzierung kann auf einem variablen Referenzzinssatz beruhen oder für die gesamte Laufzeit fest vereinbart sein. Hinzu kommen die Marge des Leasinggebers und mögliche Verwaltungsgebühren. Manche sind bereits in der Rate enthalten, andere werden separat berechnet.
Auch das Fahrzeug selbst spielt eine Rolle. Ein drei Jahre alter Toyota Corolla aus dem polnischen Händlernetz lässt sich für den Finanzierer leichter bewerten als ein acht Jahre alter BMW 7er, der nach einem Unfall aus den USA importiert und in Polen instand gesetzt wurde. Beim BMW können eine höhere Sonderzahlung, eine kürzere Laufzeit oder ein zusätzliches Gutachten verlangt werden. Manchmal wird die Finanzierung komplett abgelehnt.
Leasinggesellschaften achten außerdem darauf, wie alt das Fahrzeug am Vertragsende sein wird. Liegt die zulässige Altersgrenze beispielsweise bei zehn Jahren, kann ein Modell aus dem Jahr 2019 im Jahr 2026 nicht mehr über eine beliebig lange Laufzeit finanziert werden.
Nehmen wir einen Pkw aus dem Jahr 2022, der für 83.000 PLN brutto mit einer regulären Rechnung inklusive 23 Prozent VAT angeboten wird. Der Nettopreis beträgt rund 67.480 PLN.
Die folgenden Werte sind eine Simulation und kein verbindliches Finanzierungsangebot. Die tatsächliche Rate hängt unter anderem von den aktuellen Finanzierungskonditionen, dem Gebührenverzeichnis und der Prüfung des konkreten Geschäfts ab.
Die Spannen sind beabsichtigt. Eine am Montag erstellte Kalkulation kann einige Wochen später anders aussehen, besonders dann, wenn sich der Fahrzeugpreis oder die Finanzierungskosten ändern. Bei einem Fahrzeug mit VAT-marża-Rechnung kann die Rate ebenfalls höher ausfallen, weil eine andere Finanzierungsbasis gilt.
Auf die Nettoraten kommt die polnische Umsatzsteuer. Wie viel davon steuerlich geltend gemacht werden kann, hängt vom Einsatz des Fahrzeugs und vom Steuerstatus des Kunden ab. Ein Unternehmen, das einen Pkw sowohl geschäftlich als auch privat nutzt, kann nach den in Polen geltenden Regeln üblicherweise 50 Prozent der VAT abziehen. Bei ausschließlich betrieblicher Nutzung sind unter bestimmten Voraussetzungen 100 Prozent möglich. Dazu gehört unter anderem eine ordnungsgemäße Fahrtenaufzeichnung.
Die Monatsrate lässt sich am einfachsten durch eine längere Laufzeit und einen hohen Kaufpreis am Vertragsende senken. Das kann sinnvoll sein, wenn die Liquidität des Unternehmens im Vordergrund steht. Kostenlos ist diese Konstruktion nicht.
Bei einer längeren Laufzeit bleibt das Kapital über mehr Monate offen. Eine hohe Schlusszahlung verschiebt einen erheblichen Teil der Belastung an das Vertragsende. Beträgt die Kaufoption beispielsweise 30 Prozent bei einem Nettowert von 67.480 PLN, werden zum Schluss mehr als 20.000 PLN netto fällig. Die Monatsrate sieht attraktiv aus. Später muss dieser Betrag jedoch bezahlt, refinanziert oder beim Verkauf des Fahrzeugs berücksichtigt werden.
Eine hohe Sonderzahlung senkt dagegen die laufenden Raten und meist auch die gesamten Finanzierungskosten. Sie bindet aber Liquidität. 20.000 PLN einzuzahlen, nur um die Monatsrate um einige Hundert Złoty zu reduzieren, ist nicht für jeden Betrieb sinnvoll. Für einen Installationsbetrieb kann das Geld für Material, Werkzeuge oder eine größere Auftragsvorfinanzierung mehr leisten als eine möglichst günstige Leasingkalkulation.
In der Praxis liegt eine vernünftige Variante häufig bei 10 bis 20 Prozent Sonderzahlung, 36 bis 48 Monaten Laufzeit und einer Kaufoption, die zum geplanten Umgang mit dem Fahrzeug passt. Soll das Auto langfristig im Unternehmen bleiben, verhindert ein niedriger oder mittlerer Kaufpreis eine unangenehm hohe Abschlusszahlung. Ist ein Fahrzeugwechsel vorgesehen, kann eine andere Struktur sinnvoll sein. Dann sollte die erwartete Marktentwicklung des Modells realistisch eingeschätzt werden.
Die Leasingrate bildet nicht das gesamte Fahrzeugbudget ab. Vor der Unterschrift sollten deshalb immer der vollständige Zahlungsplan und das Gebührenverzeichnis angefordert werden. Dort stehen häufig Positionen, die in der ersten Kalkulation kaum auffallen.
Ein großer Kostenpunkt ist die Versicherung. Der Finanzierer verlangt mindestens die in Polen vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung OC sowie in der Regel eine Vollkaskoversicherung AC. Häufig macht er auch Vorgaben zum Versicherungsumfang und zur Schadenregulierung. Das angebotene Versicherungspaket kann günstig sein, muss es aber nicht. Wer eine eigene Police abschließt, zahlt bei manchen Leasinggesellschaften eine Gebühr für die Bearbeitung einer externen Versicherung.
Hinzu kommen kann eine GAP-Versicherung. Sie deckt, abhängig von den Bedingungen, die Differenz zwischen der Versicherungsleistung und der noch offenen Verpflichtung ab. Bei einem Totalschaden kann das besonders zu Beginn des Vertrags eine erhebliche finanzielle Lücke verhindern. GAP kostet allerdings Geld und sollte nicht ohne Erklärung des Deckungsumfangs in den Vertrag aufgenommen werden.
Möglich sind außerdem Gebühren für die Zulassung, Vertragsänderungen, eine Genehmigung für Auslandsfahrten, die Übertragung des Vertrags auf einen anderen Leasingnehmer, eine vorzeitige Beendigung oder die Bearbeitung eines Bußgeldbescheids.
Bei einem Gebrauchtwagen kommt oft ein erster Werkstatttermin hinzu. Ein Reifensatz, ein DSG-Ölwechsel und neue Bremsen für einen Volkswagen Passat können zusammen mehrere Tausend PLN kosten. Das Leasing ändert daran nichts.
Vergleichen Sie nicht nur die Monatsraten. Lassen Sie beide Angebote mit derselben Sonderzahlung, identischer Laufzeit und gleichem Kaufpreis am Vertragsende berechnen. Addieren Sie anschließend:
die Sonderzahlung,
sämtliche Monatsraten,
den Kaufpreis am Vertragsende,
alle verpflichtenden Gebühren.
Erst diese Gesamtsumme zeigt, welches Angebot tatsächlich günstiger ist.
Prüfen Sie außerdem, ob der Zinssatz fest oder variabel ist und ob die angegebene Rate bereits eine Versicherung enthält. Ein Angebot über 1.190 PLN netto kann nach Einrechnung einer teuren Police und einer jährlichen Verwaltungsgebühr schlechter ausfallen als eine transparent kalkulierte Finanzierung für 1.260 PLN.
Wenn das Fahrzeug bereits feststeht, werden mindestens der Bruttopreis, die Art der Rechnung, das Baujahr und die grundlegenden Fahrzeugdaten benötigt. Wer noch sucht, sollte mit einem realistischen Monatsbudget beginnen. Bei Carmore stehen rund 3.000 gebrauchte Pkw und Transporter zur Auswahl, überwiegend aus den Baujahren 2021 bis 2025. Die Finanzierungsparameter lassen sich direkt beim jeweiligen Angebot anpassen.
Berechnen Sie Ihre Rate mit dem Leasingrechner von Carmore. Verändern Sie Sonderzahlung, Laufzeit und Kaufoption, statt sich auf ein unverbindliches „ab“-Versprechen zu verlassen.
Die Finanzierung läuft online, für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen, einschließlich Einzelunternehmen, bequem und schneller als auf dem klassischen Weg. Ein Gespräch mit einem Carmore-Berater kann sinnvoll sein, um zu prüfen, welche Leasinggesellschaft und Vertragsstruktur am besten zur Unternehmenshistorie, zur Ertragslage und zum ausgewählten Fahrzeug passt.
Škoda Octavia Combi, Baujahr 2022–2024, auf einem FirmenparkplatzBeispiel für einen typischen Gebrauchtwagen, der von einem Unternehmen finanziert wird; Quelle: offizielles Presseportal von Škoda Auto.
Toyota Corolla Touring Sports im Stadtverkehrpassend zum Abschnitt über kalkulierbare Restwerte und die einfachere Bewertung gängiger Modelle; Quelle: Toyota Europe Newsroom.
Volkswagen Passat Variant, Außen- und Innenaufnahmezur Illustration von Betriebskosten und der Fahrzeugwahl für Außendienst, Handel oder Dienstleistungsbetriebe; Quelle: Volkswagen Newsroom.
Ford Transit Custom beim Beladen mit Werkzeug oder Warenverdeutlicht, dass die Kalkulation auch für leichte Nutzfahrzeuge gilt; Quelle: Ford Media Center.
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