
Die Rate sieht überzeugend aus. Das Auto kostet 100.000 PLN netto, die monatliche Belastung liegt aber mehrere Hundert Złoty unter vergleichbaren Angeboten. Dafür werden am Vertragsende 40, 50 oder sogar 60 Prozent des Fahrzeugwerts fällig.
Das muss kein schlechtes Angebot sein. Man sollte nur genau wissen, wofür man bezahlt.
Ein hoher Kaufpreis am Vertragsende macht das Auto nicht günstiger. Er verschiebt einen Teil der Zahlung nach hinten. Das Unternehmen schont seine Liquidität und zahlt zwei, drei oder vier Jahre lang niedrigere Monatsraten. Problematisch wird es, wenn der Kunde ausschließlich auf die Rate schaut und keinen Plan für den letzten Tag des Leasingvertrags hat.
Vereinfacht gesagt setzt sich eine Leasingrate aus dem während der Vertragslaufzeit zu tilgenden Fahrzeugwert, den Finanzierungskosten und den vertraglichen Gebühren zusammen. Je weniger vom Fahrzeugwert über die monatlichen Raten bezahlt wird, desto niedriger fällt die laufende Belastung aus.
Nehmen wir ein Fahrzeug für 100.000 PLN netto, eine Sonderzahlung von 10 Prozent und eine Laufzeit von 36 Monaten. Zinsen und Gebühren lassen wir zunächst außen vor, damit der Mechanismus klar wird.
Bei einem Kaufpreis von 20 Prozent am Vertragsende müssen rund 70.000 PLN Kapital auf die Raten verteilt werden. Sind am Ende 50 Prozent fällig, werden während der Laufzeit nur etwa 40.000 PLN getilgt. Das ergibt bereits vor Berücksichtigung der Finanzierungskosten einen Unterschied von mehr als 800 PLN pro Monat.
Die Rate sinkt. Die Verpflichtung bleibt.
In der Praxis kann eine hohe Schlusszahlung sogar die gesamten Finanzierungskosten erhöhen. Schließlich bleibt während eines größeren Teils der Laufzeit mehr Kapital offen. Zwei Angebote mit derselben Sonderzahlung und Laufzeit sollte man deshalb nicht nur anhand der Monatsrate vergleichen, sondern anhand der Summe sämtlicher Zahlungen.
Der Kunde entscheidet sich für eine niedrige Rate, weil er heute kein Kapital binden möchte. Nach 36 Monaten erhält er eine Rechnung über 40.000 PLN netto, und sucht erst dann nach einer Lösung.
Meist gibt es drei Möglichkeiten:
den Betrag aus eigenen Mitteln bezahlen,
das Fahrzeug verkaufen und damit die offene Forderung begleichen,
den Kaufpreis über einen neuen Vertrag finanzieren.
Die dritte Variante steht nicht automatisch zu den gewünschten Konditionen zur Verfügung. Für eine Anschlussfinanzierung werden das Unternehmen, seine Unterlagen und die bisherige Zahlungshistorie erneut geprüft. Haben sich die Geschäftszahlen verschlechtert oder bestehen Zahlungsrückstände, kann der Finanzierer den Antrag ablehnen. Darauf zu vertrauen, dass sich die Schlusszahlung später „auf jeden Fall irgendwie finanzieren lässt“, ist keine belastbare Strategie.
Bleibt der Verkauf. Liegt der Marktwert des Autos bei 55.000 PLN und der vertragliche Kaufpreis bei 40.000 PLN, sieht die Rechnung solide aus. Der Überschuss kann beispielsweise einen Teil der Sonderzahlung für das nächste Fahrzeug abdecken. Ist das Modell jedoch stärker im Wert gefallen und bringt nur noch 35.000 PLN, muss das Unternehmen die fehlenden 5.000 PLN selbst aufbringen.
Das Restwertrisiko trägt in diesem Fall der Kunde, es sei denn, der Vertrag enthält eine echte, garantierte Rückgabe- oder Rückkaufregelung.
Hier kommt es häufig zu Missverständnissen. Ein klassisches operatives Leasing nach polnischem Modell wird durch einen hohen Kaufpreis am Vertragsende nicht automatisch zur Langzeitmiete. Der Leasinggeber kann die Zahlung des vereinbarten Endbetrags verlangen. Eine Rückgabe des Autos muss vertraglich gar nicht vorgesehen sein.
Wirbt das Angebot mit einem garantierten Rückkauf, zählt das Kleingedruckte. Relevant sind unter anderem die Kilometerbegrenzung, fristgerecht durchgeführte Inspektionen, vollständige Fahrzeugunterlagen, Bereifung, Anzahl der Schlüssel und der Zustand der Karosserie. Ein gesprungener Scheinwerfer, eine eingedrückte Tür oder 30.000 Kilometer Mehrlaufleistung können den Rückkaufpreis deutlich reduzieren.
Die Aussage „Sie können das Auto zurückgeben“ reicht nicht. Im Vertrag muss stehen, wer den Rückkauf garantiert, zu welchem Preis er erfolgt und welche Umstände zu Abzügen führen.
Eine niedrige Leasingrate mit hohem Kaufpreis am Vertragsende kann für Unternehmen sinnvoll sein, die ihre Liquidität bewusst steuern. Ein Beispiel: Ein Unternehmer benötigt einen Volkswagen Passat oder Škoda Superb für Kundentermine, möchte sein Kapital aber lieber in Waren, Maschinen oder einen neuen Vertriebsmitarbeiter investieren. Die niedrigere Rate lässt mehr Geld im laufenden Geschäft.
Das Modell passt auch zu Betrieben, die ihre Fahrzeuge regelmäßig wechseln. Soll das Auto nach drei Jahren verkauft werden, muss nicht zwingend der größte Teil seines Werts über die Monatsraten getilgt werden. Allerdings sollte man Modelle wählen, deren Gebrauchtwagenpreise einigermaßen verlässlich einzuschätzen sind. Bei einem Toyota Corolla, Škoda Octavia oder Volkswagen Caddy gelingt das meist leichter als bei einer seltenen Motorisierung mit ungewöhnlicher Ausstattung.
Eine hohe Schlusszahlung kann passen, wenn:
die Liquidität wichtiger ist als ein schneller Eigentumsübergang;
das Fahrzeug nach Vertragsende ohnehin ersetzt werden soll;
das Unternehmen einen konkreten Plan für die Schlusszahlung hat;
der erwartete Marktwert des Autos klar über dem Kaufpreis liegt;
Rückkauf oder Rückgabe verbindlich im Vertrag geregelt sind und nicht nur im Verkaufsgespräch zugesagt wurden.
Ich würde dieses Modell nicht allein deshalb wählen, um ein teureres Auto in das monatliche Budget zu pressen. Passt die Rate eines BMW 5er nur deshalb ins Limit, weil am Ende noch 55 Prozent offen sind, wurde das Problem lediglich verschoben. Gelöst ist es nicht.
Ein niedriger Kaufpreis am Vertragsende ist die ruhigere Variante für Kunden, die das Fahrzeug länger behalten möchten. Nach Ablauf des Vertrags bleibt nur ein überschaubarer Betrag. Eine Anschlussfinanzierung oder ein Verkauf unter Zeitdruck ist dann meist nicht nötig.
Besonders relevant ist das bei Nutzfahrzeugen. Ein Ford Transit, Renault Master oder Mercedes-Benz Sprinter kann nach mehreren Jahren harter Arbeit eine hohe Laufleistung und deutliche Gebrauchsspuren aufweisen. Die gesamte Kalkulation auf einen optimistischen Wiederverkaufspreis zu stützen, ist riskant. Eine höhere Monatsrate und ein niedrigerer Endbetrag sind hier oft solider.
Ähnlich sieht es bei Gebrauchtwagen aus. Der Finanzierer bewertet nicht nur den heutigen Fahrzeugwert, sondern auch das Alter am Vertragsende. Wird ein vier Jahre altes Auto weitere fünf Jahre finanziert, ist es bei Vertragsablauf neun Jahre alt. Ein Kaufpreis von 50 Prozent des heutigen Werts dürfte dann unrealistisch sein, und wird häufig gar nicht angeboten.
Zuerst die Summe aller Zahlungen. Nicht nur die Rate. Zur Sonderzahlung und den monatlichen Raten kommen der Kaufpreis am Vertragsende, Bearbeitungs- und gegebenenfalls Zulassungskosten, Versicherungen sowie weitere vom Finanzierer vorgeschriebene Produkte.
Prüfen Sie außerdem, ob die Beträge netto oder brutto angegeben sind. Bei Angeboten für Unternehmen in Polen wird die Rate meist netto ausgewiesen. Aus 1.500 PLN netto werden bei 23 Prozent polnischer Umsatzsteuer 1.845 PLN brutto. Wie viel Vorsteuer abgezogen werden kann, hängt unter anderem davon ab, ob das Fahrzeug ausschließlich betrieblich oder auch privat genutzt wird.
Danach folgt das Notfallszenario. Was passiert, wenn das Auto nach drei Jahren weniger wert ist als der vereinbarte Kaufpreis? Hat das Unternehmen genügend Rücklagen für die Schlusszahlung? Lässt sich das Fahrzeug tatsächlich verkaufen, oder wird es weiterhin für den Betrieb benötigt?
Auch die vorzeitige Vertragsbeendigung gehört auf die Fragenliste. Wenn noch ein großer Teil des Fahrzeugwerts offen ist, kann die Abrechnung bei einem Totalschaden oder einem vorzeitigen Verkauf deutlich ungünstiger ausfallen, als die niedrige Rate vermuten lässt. Bei teureren Autos kann eine GAP-Versicherung sinnvoll sein. Sie kostet allerdings ebenfalls Geld und gehört deshalb in die Gesamtkalkulation.
Eine niedrige Monatsrate schafft finanziellen Spielraum, ist aber kein kostenloser Preisnachlass. Eine vernünftig aufgebaute Finanzierung hält Liquidität im Unternehmen und ermöglicht einen geplanten Fahrzeugwechsel nach einigen Jahren. Eine schlecht gewählte Konstruktion endet dagegen mit einer hohen Rechnung, einem hektischen Verkauf oder einer Anschlussfinanzierung, die unter Zeitdruck abgeschlossen werden muss.
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Carmore bietet Online-Finanzierung für Privatpersonen und Unternehmen, auch für Einzelunternehmer, bequem und schneller als der klassische Weg. Möchten Sie die Varianten gemeinsam durchgehen, können Sie Carmore kontaktieren. Die wirtschaftliche Situation muss dabei realistisch geprüft werden. Entscheidend ist eine Rate, die nicht nur in den ersten Monaten, sondern während der gesamten Laufzeit bezahlbar bleibt.
Škoda Octavia oder Superb im geschäftlichen Umfelddas Fahrzeug vor einem Bürogebäude oder während der Fahrt; passend als Beispiel für einen häufig von Unternehmen gewählten Dienstwagen.
Volkswagen Caddy oder Ford Transit beim Beladendas Motiv zeigt, warum bei einem Arbeitsfahrzeug nicht nur die Rate zählt, sondern auch Laufleistung, Nutzungsspuren und späterer Marktwert.
Toyota Corolla auf einem Flottenparkplatzgeeignet für den Abschnitt über Modelle mit vergleichsweise gut einschätzbarem Gebrauchtwagenmarkt.
BMW 5er der aktuellen Generationals Beispiel dafür, wie eine hohe Schlusszahlung die Rate eines teureren Autos senkt, die Kosten aber lediglich ans Vertragsende verschiebt.
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