
Die Rate beträgt 1.250 PLN netto, der Vertrag läuft in drei Monaten aus und im Zahlungsplan steht ein Kaufpreis von 20 Prozent. Plötzlich stellt sich eine ganz praktische Frage: Wie viel muss für das Auto tatsächlich bezahlt werden?
Die erste Antwort liefert der Vertrag. Mit dem dort genannten Betrag ist die Rechnung allerdings noch nicht vollständig. Hinzu kommen die polnische Mehrwertsteuer, mögliche Gebühren des Leasinggebers und die steuerlichen Folgen eines späteren Verkaufs. Entscheidend ist auch, ob das Fahrzeug vom Unternehmen oder privat erworben wird.
Die Grundregel ist einfach: Über den Kaufpreis am Vertragsende wird weitgehend schon beim Abschluss des Leasingvertrags entschieden. Ein niedriger Restkaufpreis führt meist zu höheren Monatsraten. Ein hoher Kaufpreis senkt die laufende Belastung, sorgt dafür aber am Ende für eine deutlich größere Rechnung.
Beim operativen Leasing bleibt die Leasinggesellschaft Eigentümerin des Fahrzeugs. Das Unternehmen nutzt das Auto und zahlt die vereinbarten Raten. Mit der letzten Rate geht der Wagen jedoch nicht automatisch in sein Eigentum über.
Der Kauf ist ein separates Geschäft. Der Leasinggeber verkauft das Fahrzeug zu dem im Vertrag festgelegten Betrag an den Leasingnehmer und stellt dafür in der Regel eine eigene Rechnung aus.
Angenommen, der ursprüngliche Nettowert des Fahrzeugs lag bei 100.000 PLN:
Der Prozentsatz wird normalerweise auf den im Vertrag genannten Ausgangswert berechnet, nicht auf den aktuellen Marktwert. Das kann einen erheblichen Unterschied machen. Eine Toyota Corolla kann nach vier Jahren noch 70.000 PLN wert sein, obwohl der vertragliche Kaufpreis nur 10.000 PLN netto beträgt. Es geht aber auch andersherum: Bei einem hohen Restwert nähert sich die Schlusszahlung dem Preis vergleichbarer Gebrauchtwagen. Dann ist die Übernahme keineswegs automatisch die bessere Entscheidung.
Wie der Betrag genau berechnet wird, steht im Vertrag. Die Annahme, jedes Leasing ende mit einer Kaufoption von einem Prozent, ist schlicht falsch.
Ein niedriger Schlussbetrag von etwa ein bis fünf Prozent passt zu Unternehmen, die das Fahrzeug von Anfang an behalten möchten. Der größte Teil des Fahrzeugwerts wird über die Raten bezahlt; am Vertragsende bleibt nur noch eine überschaubare Summe offen.
Das hat seinen Preis. Die monatliche Rate fällt höher aus.
Bei einem Kaufpreis von 20 bis 40 Prozent sinkt die Rate, weil ein größerer Teil der Finanzierung ans Vertragsende verschoben wird. Das schont während der Laufzeit die Liquidität. Ein solches Modell kann auch sinnvoll sein, wenn der Unternehmer das Fahrzeug anschließend verkaufen, die Finanzierung abrechnen und auf ein neueres Modell umsteigen möchte.
Problematisch wird es, wenn die hohe Schlusszahlung nach vier Jahren verdrängt wurde. 30.000 oder 40.000 PLN netto lösen sich nicht in Luft auf, nur weil sämtliche Raten pünktlich überwiesen wurden. Der Betrag kann aus eigenen Mitteln bezahlt und in manchen Fällen erneut finanziert werden. Bei einer Anschlussfinanzierung zählt allerdings der Gesamtaufwand, nicht nur die neue Monatsrate.
Im Carmore-Rechner lassen sich unterschiedliche Vertragsparameter direkt vergleichen. Sinnvoll sind mindestens zwei Berechnungen: eine Variante mit niedrigem Kaufpreis und eine mit niedrigerer Rate, aber höherer Schlusszahlung.
Bei einer betrieblichen Übernahme stellt der Leasinggeber die Rechnung auf das Unternehmen aus. Zum Nettobetrag kommen in Polen grundsätzlich 23 Prozent Mehrwertsteuer hinzu.
Ein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer kann in der Regel folgenden Anteil abziehen:
50 Prozent der Steuer, wenn der Pkw sowohl betrieblich als auch privat genutzt wird;
100 Prozent, wenn das Fahrzeug ausschließlich betrieblich eingesetzt wird und die dafür geltenden polnischen Anforderungen erfüllt sind, unter anderem Fahrtenaufzeichnungen und die Meldung über das Formular VAT-26.
Bei einem Nettokaufpreis von 20.000 PLN beträgt die Mehrwertsteuer 4.600 PLN. Wer 50 Prozent abziehen darf, erhält 2.300 PLN zurück. Der nicht abziehbare Teil kann, abhängig von der Abrechnungsmethode und dem steuerlichen Status des Unternehmens, den steuerlichen Fahrzeugwert erhöhen.
Unternehmer, die in Polen von der Mehrwertsteuer befreit sind, können die Steuer aus der Rechnung nicht abziehen. Für sie ist der vollständige Bruttobetrag die wirtschaftliche Belastung.
Anders sieht es beim privaten Kauf aus. Die Rechnung wird auf die Privatperson ausgestellt, damit bleibt die Mehrwertsteuer Bestandteil des Preises und ist nicht abzugsfähig. Wer als Käufer auf der Rechnung stehen soll, muss vor deren Ausstellung mit dem Leasinggeber geklärt werden. Eine nachträgliche Änderung der Erwerberdaten wird häufig abgelehnt.
Lange war in Polen ein einfaches Modell verbreitet: Der Unternehmer kaufte das Leasingfahrzeug privat, wartete sechs Monate und verkaufte es anschließend ohne Einkommensteuer. Die seit 2022 geltenden Vorschriften haben diese Möglichkeit stark eingeschränkt.
Wurde das Auto zuvor im Rahmen der Geschäftstätigkeit geleast und danach privat übernommen, kann ein Verkauf innerhalb von sechs Jahren als betriebliche Einnahme behandelt werden. Die Frist richtet sich nach den polnischen steuerrechtlichen Berechnungsregeln. Sie wird nicht einfach taggenau ab dem Datum der bezahlten Kaufrechnung gezählt.
Besonders relevant ist das bei einem vertraglichen Kaufpreis von einem Prozent und einem geplanten Verkauf zum Marktwert nur wenige Wochen später. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis kann beträchtlich sein. Die Steuerbelastung ebenfalls.
Die polnischen Regelungen zum Verkauf, zur Schenkung und zur Entnahme von Geschäftsfahrzeugen wurden in den vergangenen Jahren mehrfach geändert. Bei einem Fahrzeugwert von mehreren Zehntausend oder Hunderttausend PLN sollte die konkrete Gestaltung vorab mit der Buchhaltung oder einem Steuerberater besprochen werden.
Die Rechnung beginnt mit einem Vergleich: Schlussbetrag laut Kaufrechnung gegen den realistischen Marktpreis eines vergleichbaren Fahrzeugs. Nicht gegen das teuerste Inserat im Internet, sondern gegen Autos mit ähnlichem Baujahr, Kilometerstand, Motor, Ausstattung und nachvollziehbarer Historie.
Ein Škoda Octavia aus dem Jahr 2022 mit 180.000 Flottenkilometern ist nicht so viel wert wie ein Exemplar mit 65.000 Kilometern. Auch dann nicht, wenn beide einen 2.0 TDI haben und auf den Fotos beinahe identisch aussehen.
Für die Übernahme sprechen meist folgende Punkte:
Der Kaufpreis liegt deutlich unter dem realistischen Marktwert.
Die Fahrzeughistorie ist bekannt und die Wartungen wurden regelmäßig durchgeführt.
Das Auto passt weiterhin zum Einsatzprofil des Unternehmens.
In nächster Zeit stehen keine teuren Arbeiten an Getriebe, Fahrwerk oder Bremsen und kein neuer Reifensatz an.
Die Suche und Beschaffung eines Ersatzfahrzeugs wäre zeitaufwendig oder teuer.
Die Differenz zwischen Kaufpreis und Marktwert allein reicht nicht. Müssen innerhalb der nächsten sechs Monate 8.000 PLN für Inspektion, Reifen und eine Fahrwerksreparatur ausgegeben werden, ist das vermeintliche Schnäppchen schnell keines mehr.
Es gibt auch den umgekehrten Fall. Ein Unternehmer übernimmt seinen mehrere Jahre alten BMW 5er, weil es „zu schade wäre, ihn zurückzugeben“. Dabei passt das Auto längst nicht mehr zum Budget und fährt nur noch 8.000 Kilometer pro Jahr. Die Entscheidung ist emotional. Versicherung, Wartung und Wertverlust bleiben trotzdem real.
Beim klassischen operativen Leasing bedeutet eine Kaufoption nicht zwangsläufig, dass sie genutzt werden muss. Entscheidend sind der konkrete Vertrag und die Verfahren des Leasinggebers. Je nach Vereinbarung wird das Fahrzeug zurückgegeben, an einen benannten Käufer verkauft oder auf einem anderen Weg verwertet.
Beim Langzeitmietmodell ist die Ausgangslage oft eine andere. Dort ist die Rückgabe normalerweise der vorgesehene Ablauf. Eine Kaufoption kann vollständig fehlen oder erst zum aktuellen Marktwert angeboten werden. Langzeitmiete sollte daher nicht wie ein Leasingvertrag mit garantiertem, niedrigem Schlussbetrag behandelt werden.
Vor Vertragsende gehören vier Punkte auf den Tisch: die Frist für die Mitteilung der Entscheidung, der endgültige Kaufpreis, die benötigten Unterlagen und mögliche Verwaltungsgebühren. Wer zu spät reagiert, kann die Übernahme erschweren oder unbeabsichtigt den Rückgabeprozess auslösen.
Der Kaufpreis am Vertragsende ist nur ein Teil der Finanzierung. Für einen belastbaren Vergleich braucht es die Sonderzahlung, die Summe aller Raten, den Schlussbetrag, Provisionen, Versicherungen und steuerliche Auswirkungen. Zwei Angebote mit jeweils 1.200 PLN netto Monatsrate können völlig unterschiedliche Gesamtkosten haben, wenn beim ersten ein Prozent und beim zweiten 30 Prozent als Schlusszahlung vereinbart sind.
Im Carmore-Leasingrechner lässt sich prüfen, wie Laufzeit, Anfangszahlung und Kaufpreis die monatliche Belastung verändern. Die Finanzierung läuft bei Carmore online, für Privatpersonen und Unternehmen, einschließlich Einzelunternehmen, bequem und schneller als auf dem üblichen Weg. Eine Zusage in jedem Fall wäre allerdings unseriös, und die geben wir auch nicht.
Toyota Corolla Touring Sports, Seitenansicht oder FahraufnahmeBeispiel für einen häufig betrieblich genutzten Wagen, der nach Vertragsende oft im Unternehmen bleibt. Quelle: offizielles Toyota-Pressezentrum.
Škoda Octavia Combi, Innenraum und Gepäckabteilals Illustration für die praktische Frage, ob ein mehrere Jahre altes Fahrzeug noch zum Bedarf des Unternehmens passt. Quelle: Škoda Storyboard oder offizielles Medienportal des Herstellers.
BMW 5er, statische Aufnahme einer mehrere Jahre alten Modellgenerationpassend zum Abschnitt über emotionale Kaufentscheidungen und die laufenden Kosten eines Premiumfahrzeugs. Quelle: BMW Group PressClub.
Volkswagen Transporter oder Caddy im gewerblichen Einsatzzeigt, dass die Kaufoption am Vertragsende auch bei Nutzfahrzeugen relevant ist. Quelle: Volkswagen Newsroom.
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